Dienstag, 19. Juli 2016

Nichts ist endlich




Allgemeines:
Titel: Nichts ist endlich
Autorin: Kirsten Miller
Verlag: Bastei Lübbe (Baumhaus) (2011)
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3833900402
Originaltitel: The Eternal Ones
Seitenzahl: 464 Seiten
Weitere Bände: Alles ist ewig
Preis: 16,99€ (gebundene Ausgabe)
11,99€ (Kindle-Edition)
Inhalt:

Stell dir vor, du glaubst, dass du schon mal gelebt hast. Stell dir vor, du hast Visionen von einem Jungen, der in einem früheren Leben deine große Liebe war. Stell dir vor, du denkst, dass dieser Junge jetzt wieder lebt. Was würdest du tun?

Für die 17-jährige Haven ist die Antwort klar: Sie muss diesen Jungen unbedingt finden!  Seit ihrer Kindheit träumt sie von Ethan und sie weiß, sie muss ihn finden. Doch wo? In New York? Der Stadt, in der ihre Träume spielen? Und was hat es mit der Gesellschaft auf sich? Oder ist Haven doch verrückt? Bildet sie sich alles nur ein, wie ihre Großmutter und der Pfarrer ihr einreden? Haven weiß nicht, was sie machen soll. Doch gemeinsam mit Beau, ihrem besten Freund versucht sie, die Dinge anzugehen. Und als alles drunter und drüber geht, fährt sie nach New York. Dort erhofft sie sich Hilfe von einer Organisation namens "Osborow-Gesellschaft" die sich mit Reinkarnation beschäftigt.
 Doch auch dort kommt sie nicht zur Ruhe, denn sie weiß nicht, wer ist Freund, wer ist Feind. Und wem kann sie vertrauen.

 Hin- und hergerissen zwischen Leidenschaft und Zweifeln lässt Haven sich schließlich auf eine schicksalhafte und sehr gefährliche Affäre ein ...

Bewertung:

„Haven“, sagte Leah eindringlich. „Ich weiß das klingt jetzt total
verrückt. Aber ich glaube, dieser Mann, der nach dir sucht… der ist
böse. Er ist…“
„Ja?“, hakte Haven nach.
„Ich glaube, er könnte der Teufel selbst sein.“

Ich bin absolut hin- und hergerissen.
Zum einen ist die Spannungskurze unglaublich verwirren. Das Buch beginnt wahnsinnig spannend, packt einen, begeistert einen für die Idee, bringt so viele neue Ideen mit sich. Man möchte es gar nicht wieder hinlegen, möchte wissen, was passiert. Doch dann, obwohl die Autorin wirklich alles versucht, die Spannung aufrecht zu halten, ist es mir zu viel. Man hat das Gefühl, es sollte unbedingt was passieren, doch irgendwie ist alles ein einziges Hin und Her. Gut wird böse, dann wieder gut, dann wieder böse, dann wieder gut. Haven weiß nicht, wem sie trauen soll und so glaubt sie im einen Moment jenem, im nächsten wieder anderen, im nächsten wieder den ersten etc. Und das geht irgendwie unendlich weiter und setzt sich fort und setzt sich fort.
Ja, und dann kommt da noch eine ziemliche Durststrecke...
Sachen werden angeschnitten und nicht weiter ausgeführt, Fäden laufen zusammen und werden dann irgendwie fallen gelassen. Ich war in der Mitte des Buches kurz davor, aufzuhören, da ich einfach gar nichts mehr verstanden hatte. Doch dann nimmt die Spannung plötzlich wieder zu und reißt einen wieder mit und lässt das Buch ähnlich fesselnd ausklingen, wie es begann. Ich kann mich nicht so recht entscheiden, ob ich dieses Durcheinander genial oder nervig finden soll.

Die Aufmachung des Buches ist wirklich wunderschön in den sanften Pink-, Rosa- und Blautönen. Das Mädchen auf der Schaukel wirkt verträumt und ist ein toller Eyecatcher. Die Blumen in den Ecken verzieren das Cover noch zusätzlich. Ohne den Umschlag allerdings ist das Werk in einem grellen Pink gehalten, dass ich furchtbar finde.

Ich fand den Schreibstil der Autorin sehr schön und es ließ sich sehr angenehm und flüssig lesen. Auch die Beschreibungen der Gegend und den verschiedenen Kulissen hat mir sehr gut gefallen.
Die Charaktere .. nun .. auch da bin ich mir nicht so einig. Haven mag ich eigentlich recht gern, obwohl ich schon sympathischere Charaktere hatte. Iain dagegen wird so extrem rätselhaft oder nein, sagen wir lieber unglaubwürdig dargestellt, ich konnte einfach keine Sympathie für ihn entwickeln. Die Autorin hat zwar versucht ihn geheimnisvoll zu machen, aber meiner Meinung nach ist das leider nicht so gelungen.
Adrian mochte ich von Anfang an nicht. Einzig Beau fand ich neben Haven noch super nett. Er ist der beste -schwule, sehr cool- Freund von Haven und führt mit ihr in der kleinen Stadt in der sie leben, sowas wie ein kleines Designergeschäft in Havens Zuhause. Beau war mir von Anfang an sehr sympathisch, an manchen Stellen zwar weniger, an anderen dafür umso mehr. Er ist ein toller Freund, der sich viele Gedanken macht und immer für alle da sein will. Er wird in der Stadt und der Schule leider sehr schlecht behandelt, aufgrund seiner Homosexualität und das nur weil die Menschen in der Stadt total fanatisch christlich sind. Alle anderen Charaktere nervten mich eher, als dass sie mich unterhielten. Havens kuschende Mom, ihre nervende Großmutter und die Leute von der Organisation waren gänzlich indiskutabel.
Der Autorin gelingt es dann doch noch das Ruder herumzureisen. Im Endeffekt ist "Nichts ist endlich" so spannend zu lesen wie ein Krimi oder Thriller. Schließlich möchte man selbst hinter die Geheimnisse und die Bedeutung der verschiedenen Vorkommnisse und Beziehungen kommen.
Immer wieder überrascht mich Kirsten Miller mit unerwarteten Wendungen und reist die Geschichte in letzter Sekunde noch in eine andere Richtung. Herrlich erfrischend!

Fazit:
Ein wunderbares Jugendbuch das voller Liebe, Intrigen und Erinnerungen an ein vergangenes Leben steckt, aber leider einen etwas zähen Mittelteil beinhaltet.



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