Sonntag, 8. Mai 2016

Dark Elemets - steinerne Schwingen

 
 
 
Allgemeines:
 
Titel: Dark Elements - steinerne Schwingen
Autor: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Harper Collins (10. September 2015
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3959670036
Seitenzahl: 368 Seiten
Preis: 16,90€ (gebundene Ausgabe)
Weitere Bände: Dark Elements - eiskalte Sehnsucht;
Dark Elements - sehnsuchtsvolle Berührung
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Inhalt:

"Ich kann Dämonen aufspüren, denn ich bin eine von ihnen. Ich kann den Menschen bis in die Seele schauen. Und ich kann sie ihnen rauben - mit einem Kuss."
 
Nichts wünscht Layla sich sehnlicher, als ein ganz normaler Teenager zu sein und einfach dazuzugehören. Aber während ihre Freundinnen sich Gedanken um Jungs und erste Küsse machen, hat sie ganz andere Sorgen: Layla gehört zu den Wächtern, die sich nachts in Gargoyles verwandeln und Dämonen jagen. Doch in ihr fließt auch dämonisches Blut – und mit einem Kuss kann sie einem Menschen die Seele rauben. Deshalb sind Dates für sie streng tabu, erst recht mit ihrem heimlichen Schwarm Zayne, dem Sohn ihrer Wächter-Ersatzfamilie. Layla lebt in einer Welt, in der es Wächter gibt, die die Dämonen auf der Erde bekämpfen sollen. Sie selbst wurde von dem Wächterclan aufgenommen, als sie noch ein Kind war. Was sie aber zu etwas Besonderem macht, ist, dass sie Seelen sehen und Dämonen markieren kann. Indem sie diese berührt, bildet sich eine Art Lichtkegel um sie und die Wächter können diese nachts leichter aufspüren und ‘beseitigen’. Doch dann wird sie auf einem ihrer Streifzüge von dem höllisch gut aussehenden Roth gerettet, der seltsamerweise keine Seele hat. Er ist ein Hohedämon der hier auf der Erde ist um einen infernalischen Auftrag zu erfüllen, von "dem Boss", direkt aus der Hölle. … und er offenbart ihr das schockierende Geheimnis ihrer Herkunft!


Bewertung:

"Mein Aufschrei blieb mir im Hals stecken.
"Du musst vor Bambi keine Angst haben!", versicherte mir der Dämon liebenswürdig. "Sie ist nur neugierig und hat vielleicht etwas Hunger!"
Das Ding heiß Bambi?
Oh Gott, das Ding starrte mich an, als wollte es mich auf der Stelle verschlingen..."

 
Das grün schimmernde Cover mit den ineinander verschlungenen Linien, die wohl einen Flügel darstellen sollen, lädt förmlich zum Lesen ein.
Ich bin ein totaler Fan der Obsidian-Reihe und hatte große Erwartungen an dieses Buch. Ich hatte auf eine ebenso gute Geschichte gehofft, wie bei Obsidian und wurde definitiv nicht enttäuscht.
Denn dann habe ich angefangen zu lesen...


"Ein Dämon trieb sich bei McDonald’s herum."

...das ist der erste Satz und schon da wusste ich: das wird spitze!

Man wird von der Autorin einfach wieder voll in die Geschichte rein geworfen. Jennifer L. Armentrout hat eine große Begabung dafür, nicht nur ein Buch so enden zu lassen, dass ich am liebsten sofort weiter lesen würde, sondern auch die Kapitel. Ich fand kaum eine Gelegenheit dieses Buch aus der Hand zu legen und musste mich förmlich dazu zwingen, wie so eine Drogenabhängige auf Entzug.
Der Schreibstil ist locker und flüssig, daher konnte ich das Buch wirklich sehr schnell lesen. Was ich sehr gut fand, war die wirklich sehr interessante und durchaus realistische Darstellung eines Zombies. Doch auch andere Dämonen oder Handlungen waren sehr gut beschrieben und es hat Spaß in die Welt der Wächter einzutauchen. Ich weiß absolut nicht, wie diese Frau das immer schafft, aber ihre Charakter wirken immer absolut lebendig und ernstzunehmend, vor allem die männlichen... ;)
Geschrieben ist es aus Sicht von Layla. Zusätzlich gibt es ein Bonuskapitel aus Sicht von Roth.

Zum einen ist da erst einmal Layla, sie ist Halb Dämon und Halb Wächter und ist wirklich sehr liebenswürdig.
Sie gibt sich sehr taff im Umgang mit den Dämonen, wurde jedoch nie wirklich richtig für den Kampf ausgebildet, so wie alle anderen Wächter. Dennoch scheut sie nie davor an den Seiten ihrer Freunde zu kämpfen, wenn es dann wirklich hart auf hart kommt. Mit ihrem trockenen Humor und dem Sarkasmus war sie mir auf Anhieb sympathisch. Sie ist ein Charakter mit viel Tiefe und wirkt auf mich sehr authentisch. Sie versucht es ihrer Familie immer recht zu machen und wird trotzdem nicht akzeptiert. Das lässt die Wächter und ihr Anführer sehr kalt wirken, obwohl sie ja eigentlich "Die Guten" sein sollen. Schon hier nimmt man Laylas Konflikt wahr, denn sie ist weder das eine wirklich, noch das andere. Sie entwickelt sich während des Buches immens weiter, nicht zuletzt auch wegen Roth.


"Ich erwiderte nichts, denn ich war wirklich so wie ein Maultier. Ein seltsamer Mischling, halb Dämonin, halb Wächter. Und genau deswegen würde man mich nie mit einem anderen Wächter verpaaren. Selbst Dämonen würden mich nicht haben wollen, wenn sie erst mal wussten, was ich war. Ja, doch, ich fand, der Vergleich traf zu."

 
An ihrer Seite steht ihr bester Freund und "Stiefbruder" Zayne. Irgendwie ist er mir ein klein wenig unsympathisch in seiner Rolle als bester Freund. Natürlich ist er nett, schützend und witzig, wirkt aber im Vergleich zu Roth einfach ziemlich langweilig und träge. Ich konnte keine Sekunde nachvollziehen, warum Layla ihn so anhimmelt. Er ist einfach der Inbegriff von einem Softy. Der Spitzname "Stony" der Roth ihm deshalb gegeben hat, hat mir deshalb jedes Mal ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert, weil ich ihn so treffend finde.

Roth, der dritte im Bunde sozusagen, ist so ziemlich das, was man von einem Dämon erwartet - nur nicht böse: Schwarzer Humor, auf liebevolle, witzige Art überheblich, ironisch und einfach sexy.
Gerade weil er so undurchschaubar ist, zweideutig und schlagfertig, muss man ihn einfach zusammen mit Layla ins Herz schließen und sich egal was er tut, ein Stück weit in ihn verlieben. Man stellt sich die ganze Zeit die Frage, was er im Schilde führt und ob er nun wirklich böse ist oder nicht. Aber ich hatte schon immer eine Schwäche für die "bösen Jungs", die lockeren Sprüche von ihm taten ihr übriges und somit war der Charakter einfach nur unglaublich unterhaltsam. Doch neben seinen Witzen und Sprüchen kann er auch einfühlsam, verständnisvoll und verantwortungsbewusst sein. Wenn er zum Beispiel Layla auf die Jagd nach... Okay, das mit dem verantwortungsbewusst nehme ich zurück, aber er kann auch nett sein!
Auf jeden Fall ist er mit Sicherheit das absolute und unumstrittene Highlight des Buches. Der Hohedämon, der immer einen Spruch auf Lager hat, der seine dämonischen Haustiere nach Disney-Figuren benennt und einfach unwiderstehlich ist. Roth ist einer der besten männlichen Charaktere, die ich in Büchern bisher erlebt habe und ganz ehrlich: durch ihn wird das Buch erst so richtig gut.
 


"Er tat mich schrecklich leid. Während ich so gut wie gar nichts über mein Erbe wusste, besaß Roth über sich selbst vermutlich schon zu viele Informationen."


Auch andere Charaktere sind super dargestellt, Laylas beste Freundin Stacey ist einfach genial, lebensfreudig, witzig und nett, womit sie mich sehr an Dee aus "Obsidian" erinnert hat. Auch Sam, "der Streber" ist auf Anhieb sympathisch erschienen.

 Die Handlung hat mich von Anfang an gefesselt. Sie ist logisch und nachvollziehbar. Es wird nicht langweilig und wartet sowohl mit romantischen, als auch mit actionreichen Szenen auf. Roths Sarkasmus, seine Zweideutigkeit, den vielen Insiderwitzen und den unglaublich lustigen und auch oft peinlichen Konversationen haben mir zusätzlich praktisch ein Dauergrinsen ins Gesicht tapeziert.  

Neben der Handlung hat das Buch auch noch eine versteckte Message. Layla steckt zwischen zwei Welten fest. Ich finde es genial, dass die Hauptpersonen einmal nicht nur "die Guten" sind, sondern auch mal "die Bösen" ihre Geschichte erzählen dürfen. Auch die Alphas, die Engel sind als gefühlskalt und nicht einfühlsam bis sogar grausam beschrieben, wohingegen die Dämonen Humor haben und gar nicht so schlecht sind. Es zeigt, dass es eben nicht nur Schwarz und Weiß gibt, sondern auch viele Schattierungen dazwischen.

Interessant ist, dass gerade das Thema der freien Meinung bzw. Entscheidung immer wieder auftaucht und man als Leser verschiedene Einsichten bekommt, sodass man sich am Ende nicht wirklich sicher ist, ob sie nun existiert oder nicht. Auch dass hier anderes als in durchschnittlichen Fantasy Büchern die Menschen von der Existenz der Wächter wissen, ist neu. Es fehlt so die gewissen Geheimnistuerei und Angst vor dem Entdecken, aber damit kommt man schnell klar.

Obwohl die meisten Fragen die während des Lesens aufkamen auch beantworten wurden, so gibt es da noch dieses Ende. Was mich schier wahnsinnig gemacht hat und genügend Spekulation für den nächsten Band zulässt.
 

Fazit:
 
Jennifer L. Armentrout hat wieder einmal ein fantastisches Buch mit tollen Charakteren erschaffen; eine Geschichte, die einen in seinen Bann zieht. Dazu kommen die genialen Konversationen, Roths Sarkasmus, die Message, Roths Charme, viele Geheimnisse und Intrigen, Roth, klasse Witze und... habe ich schon Roth erwähnt? ;)


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